Antirassistisches Einkaufen
Antirassistisches Einkaufen
Gutscheinsystem abschaffen! Bargeld für Alle!
u.r.i. (united against racism and isolation)* ruft auf zum antirassistischen Einkaufen:
Nächster Einkauf: Freitag, 03.09.2010 um 17:00 in Hennigsdorf bei Berlin (Treffen beim Penny, oder um 16:15 Uhr bei der Station Gesundbrunnen auf Gleis 4 am Kopfende (in Fahrtrichtung) an der S25 Richtung Hennigsdorf). Bitte Teilnahme unter
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Flüchtlinge in Deutschland sind mit staatlichen Repressionen wie der Zwangsunterbringung in anstaltsähnlichen isolierten Unterkünften ohne Privatsphäre, der Residenzpflicht (Flüchtlinge dürfen den ihnen zugewiesenen Landkreis nicht verlassen) und langjährigem Arbeits- und Ausbildungsverbot konfrontiert. Dieser Katalog an Einschränkungen an grundsätzlichen Rechten legitimiert sich u.a. aus dem Asylbewerberleistungsgesetz. Er wird ergänzt durch eine auf das Allernotwendigste beschränkte, minimale medizinische Versorgung sowie finanzielle Grundleistungen, die 30 Prozent unter dem gesellschaftlichen Existenzminimum von ALG II liegen. Diese werden dann im Ermessen des zuständigen Sozialamtes überwiegend als Sachleistungen wie Nahrungsmittelgutscheine, Chipkarten und Kleidercoupons erbracht. Das einzige Bargeld, was den Flüchtlingen zusteht (das monatliche “Taschengeld”) in Höhe von 20,45€ für Kinder und 40,90€ für Erwachsene wird fortwährend nach Willkür des Sozialamtes gestrichen. All diese Maßnahmen haben u.a. zur Folge, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Deutschland von vornherein unterbunden wird. Es besteht für Flüchtlinge in Deutschland nicht die Möglichkeit, z.B. mit Freunden einen Kaffee zu trinken oder ins Kino zu gehen, geschweige denn einen Anwalt, Telefon oder Tickets für den öffentlichen Verkehr zu bezahlen.
Diesem alltäglichem Wahnsinn sind auch die Flüchtlinge in Hennigsdorf ausgesetzt. Das zuständige Sozialamt Oranienburg versagt auch langjährig hier lebenden Menschen Leistungen in Form von Bargeld. Die Flüchtlinge bekommen Gutscheine ausgestellt, mit denen sie sich lediglich Lebensmittel und Drogerieartikel in wenigen vorbestimmten Geschäften kaufen dürfen. Um diese Zustände zu ändern, tauschen wir die Gutscheine gegen Bargeld und gehen regelmäßig gemeinsam einkaufen.
Wenn ihr Lust habt euch bei den einmal monatlich stattfindenden antirassistischen Einkäufen zu beteiligen oder um mehr Informationen zu erhalten schickt eine kurze Mail an:
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*Die Initiative u.r.i. setzt sich aus einigen Heimbewohner_innen des Flüchtlingslagers Hennigsdorf, der dortigen Antifa-Gruppe HAI, Einzelpersonen und ein paar Mitarbeiter_innen der KuB (’Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen’ e.V. in Berlin Kreuzberg) und Corasol zusammen. In diesem Rahmen finden in Hennigsdorf regelmäßige Arbeitstreffen statt (zur Klärung der benötigten Unterstützung und der Planung von Aktionen bzw. Veranstaltungen), gemeinsame Freizeitaktivitäten (Kaffeekränzchen, Konzertbesuche, Partys etc.), politische Aktionen (Informationsveranstaltungen, Antira-Einkäufe, Demonstrationen) und praktische Unterstützung (Fahrrad AG: “BikeAid- für Mehr Bewegungsfreiheit“: , Sprachangebote, Hilfestelllungen bei rechtlichen und sonstigen Fragestellungen).


